Dienstag, den 2. November 2010   

westfälische idiome (xv): superlativklassifizierung durch “mit”

winechess

Es ist im Westfälischen durchaus üblich, Superlative zu klassifizieren. Dies geschieht durch die einfache Vornennung des Wortes “mit” beim betreffenden Superlativ. X ist beispielsweise ein Ort, zu dem man mit am weitesten hin gereist ist. X ist ein Bier, das noch mit am besten schmeckt. X ist ein Umstand, der mit am schlimmsten ist. Oder x ist ein Umstand, der noch mit am ehesten zutrifft.

Es soll hierbei nicht beansprucht werden, die Vollständigkeit einer bestimmten Klasse zu behaupten. Es kann auch sein, dass diese in Rede stehende Klasse aus lediglich einem oder gar keinem Element besteht: Jemand, der eigentlich keinen Wein mag, kann sagen, dass der Wein X noch am besten oder noch am ehesten schmeckt, ohne zu sagen, dass der Wein X gut schmeckt. Aber unter Weinen, die für ihn sowieso nicht schmecken, gehört Wein X zu den nicht ganz schlecht schmeckenden.

Durch die Weglassung des “mit” würde in dieser Sprachverwendung gesagt, dass die in Rede stehende Klasse aus lediglich einem Element besteht. Durch die Superlativklassifizierung durch “mit” wird daher ausgesagt, dass die Klasse offen für weitere Elemente ist, dass das in Rede stehende X zur in Rede stehenden Klasse allerdings dazu zählt.

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Bildquelle: Chess, wine and barefoot von [auro] | Creative Commons BY-NC-SA 2.0 Lizenz.

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