Dienstag, den 13. April 2010   

westfälische idiome (x): eumel

Der Begriff Eumel enstammt allem Anschein Hoffmann’s Stärkefabriken aus Bad Salzuflen, die damit in einer Werbung Wesen meinten, die in Gardinen wohnten und diese unrein machten, sogenannte Gardinenschädlinge. Daneben ist eine Programmiersprache bekannt namens EUMEL, die an der Universität Bielefeld entwickelt wurde, die automatische Kontoauskunft nennt man so und es gibt auch Dragees, die so heißen.

In der westfälischen Alltagssprache wird Eumel allerdings in despektierlicher Form für einen Menschen verwendet, dem ein umständlicher, überflüssiger Gedankengang bezüglich eines Gedankens oder einer Handlung attestiert wird, worunter jemand anders in Mitleidenschaft gezogen wird.

Wenn ein Pärchen z.B. streitet und ein Partner zunächst rumlamentiert, um dann doch in die Meinung des anderen einzustimmen, was ohne Einfluss einer neuen wesentlichen Information, sondern nur um des nicht all zu schnellen Einlenkens willen geschieht, kann er Eumel genannt werden.

Kurz gesagt: Ein Eumel ist jemand, der durch eine Macke andere nachhaltig irritiert. Monk ist ein Eumel, wenn er andere durch seine Macken in Mitleidenschaft zieht, nicht allein dadurch, dass er Macken hat.

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