elternsprechtag

Ich sag’s mal frei her­aus: Das Tele­fonieren ist nicht ganz die Stärke unser­er Fam­i­lie. Ich tele­foniere zwar gerne, aber mit meinen Eltern zu tele­fonieren, das ist nicht unbe­d­ingt einfach.

Vor ein paar Jahren war es so, dass das Auto meines Vaters selt­sam röhrte. Irgend­wo vorne rechts brummte es komisch. Nie­mand kon­nte genau sagen, was da los war. Zur Reper­atur sollte es noch nicht, es fuhr ja auch prob­lem­los. Dann war ich mal eines Fre­itag Abends mit dem Wagen unter­wegs und mir fiel die Reifen­struk­tur auf. Der Win­ter­reifen war vorne rechts ein­fach verkehrt herum aufge­zo­gen wor­den. Begeis­tert von der tollen eige­nen Lösungs­find­ung rief ich von unter­wegs aus zuhause an:

Du, Vat­tern?!” — “Ja?” — “Der Reifen, ich hab’s jet­zt!” — “Was denn?” — “Der Reifen ist falsch aufge­zo­gen.” — “Wie?” — “Der Reifen ist falsch aufge­zo­gen, deswe­gen röhrt das da immer so.” — “Jaja, aber was ist mit dem Unfall?” — “Welch­er Unfall?” — “Na, der Unfall. Du ruf­st doch son­st nie an?” — “Was denn für ein Unfall?” — “Den du ger­ade gemacht hast, deswe­gen ruf­ste doch an?!” — “Nein, ich hat­te ger­ade keinen Unfall. Es ging nur um die Reifen.” — “Was ist mit den Reifen?” — “Vat­ter, wir reden, wenn ich zuhause bin.”

Heute rief denn man Mut­tern aufgeregt an: “Sohn, es gibt ein Prob­lem.” — “Was denn?” — “Gar nicht so ein­fach.” — “Ja…?” — “Ich hab da was gemacht, das geht nicht mehr.” — “Was denn?” — “Am Fernse­hen. ZDF ist jet­zt auf Eins und ARD auf Zwei.” — “Aaaaah, ja. Ja, ich ruf da an.” — “Wo?” — “Beim ZDF, die sollen sich endlich umbe­nen­nen, dann gibt’s solche Prob­leme nicht mehr.” — “Wie jet­zt?” — “Du, Mut­ter, ich muss schnell weg, ich glaub, da draußen war ein Unfall…”

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Keine Kommentare

  1. Ach ja. Es ist immer auflock­ernd, wenn man merkt, dass man nicht der Einzige ist, der Tele­fon­fern­sup­port ein­richt­en muss. Für die eige­nen Eltern. Aber man macht das ja gerne.

  2. Macht man das? Das Totschla­gar­gu­ment ist bei mir immer, dass wirk­lich wichtige Dinge wie Todesmeldun­gen darüber kom­mu­niziert wer­den müssten. Auch wenn ich noch über ein Handy ver­füge. Aber im Falle eines Fal­lles… Ein Bekan­nter von mir skypt sog­ar jeden Abend nach Hause. Das kön­nte ich ja nicht.

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