mediale trends 2009

Bei t3n nebenan gibt es eine „Experten“-Umfrage zu den Trends 2009. Was einige der Befragten zu Experten macht, ist gerade angesichts der Antworten doch sehr fraglich. Da kann man auch Schulhofumfragen machen, dort haben auch alle Handy und Computer. Und die sind schließlich noch lange Zielgruppe und Ausgangspunkt von Trends. Aber egal, meine Tipps sind diese da:

1. Twitter wird Mainstream

Die Personen, die intelligent mit dem Medium umzugehen wussten, werden sich zurückziehen und Twitter wird vorrangig ein Chat für Angestellte u.ä. vorrangig während ihrer Arbeitszeit sein, was von den Wie-holen-wir-Profit-aus-diesem-Web20-Ding-Leuten wieder viel zu spät gesehen wird. Der Hype um andere Soziale Netzwerke wird ebenso abflauen.

2. Qualitätsabbau bei den Zeitungen

Zeitungen versuchen mit mehr Popkultur die Lücken zu füllen, die der Qualitätsjournalismus, deren Vertreter weniger zu Wort kommen, hinterlässt, damit Anzeigen weiterhin so gut wie möglich platziert werden können.

3. Qualitätszunahme von Texten im Internet

Irgendwo wird Qualität wieder auftauchen. In Sozialen Netzwerken wohl nicht, da spielt man oder tummelt sich in unübersichtlichen Foren. Vielleicht in Blogs, da WordPress nun wirklich pupi einfach zu bedienen ist und seine Links weit verbreitet. Mögen die Zeitungen noch so spöttisch poltern, im Internet ist Platz für gute Texte, vernachlässigte Themen, und es gibt dafür eine wachsende Anzahl interessierter Zuhörer, die dem Internet diese Form textlicher Verarbeitung zutrauen.

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the return of après-ski-heintje

Während in Deutschland immer noch knackige junge Mädels als Popstars gehandelt werden, dachte man sich in den Niederlanden: Nehmen wir doch mal einen dicken, kleinen Jungen, lassen ihn über das Wetter und Mädchen, die einen Kopf größer als er sind, singen, basteln ihm eine alberne Internetseite und hoffen auf die große Kohle.

Wo man aber in Deutschland Sängerinnen geraten wird, sie sollen zur Beförderung ihrer Karriere ihre Klamotten ablegen, steckte man bei unseren Flachlandnachbarn den kleinen 10-jährigen erst einmal in eine Abnehm-TV-Show. Das hat entweder ganz passabel geklappt, oder der Kleine ist einfach etwas größer geworden.

Jedenfalls ist mir unter den sonderbaren Heulbojen „Zanger Bob“ oder Robert Offenberg neben Luboš Motl durchaus ans Herz gewachsen. Sein neuestes Verbrechen lautet „Als je lacht“, was so viel bedeutet wie „Wenn du lachst“. Und der Inhalt ist schon in einigen schmerzfreien Liedern Bobs zuvor verbraten worden: Wenn du lachst, dann wird das Wetter besser. In mancherlei Hinsicht ist der Niederländer halt gerne auch mal simpel. Zudem heißt in den Niederlanden derzeit jedes zweite Lied irgendwelcher Käse-Casanovas „Als je lacht“.

Meine Damen und Herren: Der Après-Ski-Heintje mit „Als je lacht“:

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tütenliteratur

Letztens habe ich mir bei Eulenspiegel in Bielefeld die Neuübersetzung von Dostojewskijs ‚Verbrechen und Strafe‘ aka ‚Schuld und Sühne‘ geholt. In diesem Buchladen werden Bücher noch in Papiertüten eingeschlagen und auf diesen Tüten ist widerum was zu lesen.

Da man in der Straßenbahn eh manchmal sich glücklich schätzt, irgendwas zu tun zu haben, kramte ich also das eingetütete Buch heraus und las die Kurzgeschichte Normal von Christian Gottschalk, worauf hin ich seinen Blog las. Solche Offlinelinks sind irgendwie ja schon eine ganz putzige Idee. So findet man von Hölzchen auf Stöcksken.

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