twitterer macht foto des jahres

hudson

Ich lehne mich mal aus dem Fen­ster und behaupte, dass Janis Krums das Foto des Jahres geschossen hat. Beim gestri­gen Flugzeu­gab­sturz, bei dem der Pilot eine außergewöhn­liche Bruch­landung hin­legte und nie­mand ums Leben kam, war er auf ein­er Fähre in der Nähe, nahm Flug­gäste auf und machte dieses Foto. Seit­dem wird er von den tra­di­tionellen Medi­en belagert und immer wieder inter­viewt.

Das ist nun wieder ein­mal Wass­er auf die Mühlen der­er, die Twit­ter für das außergewöhn­liche neue Ding hal­ten. Aber so ganz ist Twit­ter als neues Medi­um, dass aus plöt­zlichen All­t­agssi­t­u­a­tio­nen Welt­nachricht­en machen kann, nicht in Deutsch­land angekom­men. Die Tech­nik nicht weit genug ver­bre­it­et, als das so unmit­tel­bar aktuelle Nachricht­en ver­ar­beit­et wer­den kön­nen. Daher bleibt Twit­ter in Deutsch­land wohl beim Sta­tus eines Chats.

Recht geben wird dieser Vor­fall allerd­ings wohl den­jeni­gen, in den Redak­tio­nen, die die Beschäf­ti­gung mit Twit­ter für unverzicht­bar hal­ten, und den­jeni­gen, die Parteien ans Herz leg­en, Twit­ter in ihre Wahlkampf­s­trate­gie mit einzu­binden. Das ist weniger der tat­säch­lichen Aufmerk­samkeit geschuldet, die Twit­ter­mel­dun­gen in Deutsch­land haben, als vielmehr dem Gedanken, dass man diesen fahren­den Zug auf keinen Fall ver­passen darf.

Damit Twit­ter diesen geglaubten Sta­tus in Deutsch­land erhält, müsste allerd­ings die Tech­nik bei Mobil­funkgeräten ver­bre­it­eter sein und die Tar­ife gün­stiger. Da ein Trend bei den Mobil­funkan­bi­etern allerd­ings zu sein scheint, weg von den Handy sub­ven­tion­ierten Verträ­gen zu kom­men, so dass ein jed­er sich sein Tele­fon selb­st kaufen soll, ist eine Trendwende in diesem Bere­ich noch nicht zu erwarten.

Eine andere Frage ist, ob man die Tech­nikver­liebtheit, die Amerikan­er massen­weise zu Dien­sten wie Twit­ter, Face­book oder Blogs treibt, sich auch so in anderen Län­dern ein­stellt, dass sie neben den tra­di­tionellen Medi­en ern­sthafte Bedeu­tung erlan­gen.

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programme für altersschwache computer

Ich bin ja schon erstaunt, dass man heutzu­tage immer gle­ich 1GB an Arbeitsspe­ich­er braucht, um ange­blich einen aktuellen PC zu haben.

Da ich noch divers­es Com­put­er­ma­te­r­i­al zuhause rum­liegen habe und nicht immer einen PC zur Ver­fü­gung haben muss, der der let­zte Schrei ist, inter­essieren mich kleine Pro­gramme, mit denen ältere PCs auch noch gut umge­hen kön­nen. Es nervt ja nur, dass man manch­mal unendlich lange warten muss, aber das lässt sich in den Griff kriegen.

Brows­er & E‑Mail
Gle­ich zu Anfang vielle­icht die schwierig­sten Pro­gramme. Thun­der­bird und Fire­fox 3.0 sind die aktuellen meistver­wen­det­sten kosten­losen Pro­gramme, laufen auf alten Rech­n­ern aber alles andere als spe­icher­fre­undlich. Man kann bei­de instal­lieren für Not­fälle, muss aber ggf. län­gere Ladezeit­en akzep­tieren. Fire­fox 2.0 ist da schneller, hat aber ein paar Schwierigkeit­en mit der Darstel­lung grafisch anspruchsvollerer Seit­en.
Opera läuft spür­bar spe­icherun­be­las­ten­der und hat dabei auch ein E‑Mail-Pro­gramm im Brows­er. Als Alter­na­tive für Thun­der­bird kann man sich Wik­mail anschauen, das ist schnell.

Video
Keine Neuheit­en an dieser Stelle: Der VLC-Play­er funk­tion­iert ordentlich, frisst aber auch ordentlich Spe­ich­er. Wer neben­bei nichts anderes macht, wird das nicht bemerken. Aber es kann mit diesem Pro­gramm schon mal hak­en. Der Media Play­er Clas­sic kann größ­ten­teils das­selbe und ist etwas spe­icher­fre­undlich­er. Bei­de Play­er ver­fü­gen über viele aktuelle Codes.

Musik
Lediglich für die Wieder­gabe eignet sich entwed­er der VLC-Play­er oder XMPlay, ein sehr kleines Pro­gramm. Wer auf eine Über­sicht vorhan­den­er Alben und etwas mehr Kom­fort nicht verzicht­en möchte, der sollte sich unbe­d­ingt AIMP anschauen.

Soziale Net­zw­erke
Wer Twit­ter ver­wen­det, ken­nt Twhirl oder Twit­ter­fox oder Tweet­deck. Beson­ders hin­weisen möchte ich auf DestroyTwit­ter, einem mit sehr guten Surfmöglichkeit­en aus­ges­tat­teten Pro­gramm. Diese Pro­gramme laufen prob­lem­los auf älteren Rech­n­ern, benöti­gen aber Adobe AIR.
Da ich Word­Press ver­wende, habe ich auch Blogdesk instal­liert. Das ist ein kleines Pro­gramm von Johannes Opper­mann, dem Erfind­er von Postme, das aber derzeit nicht weit­er­en­twick­elt wird. Blogdesk ist ein Desk­top-Pro­gramm, über das man Artikel oder Seit­en seines Blogs gut ver­wal­ten kann. Es lässt die Sei­t­e­nan­sicht ver­größert darstellen, ist schnell und man klickt weniger unnütz in seinem Blog-Admin-Bere­ich herum.

Pack­pro­gramme
Win­rar funk­tion­iert, 7zip und andere sicher­lich auch.

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glays knight & boyz II men — end of the road

Dann grat­uliere ich auch mal artig Motown Records zum 50., auch wenn es nur noch ein fern­er­liefen Unter­la­bel von Uni­ver­sal Records ist. Aber mit Boyz II Men war unsere­ins ja schließlich auch mal Ziel­gruppe:

Etwas abruptes Ende, dafür hier nochmal zwei Live-Auf­nah­men von 1992 und 2008:


Ich fand ja toll, dass der ruhigere Typ so tief sin­gen kann. Kann er gar nicht, wat­tn Betrug!

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das telefonat mit dr. aboul aish

Als ich kurze Zeit in Kroa­t­ien gewe­sen bin, habe ich oft mit Leuten gesprochen, die den Krieg, der etwa 10 Jahre zuvor dort stat­tfand, gesprochen. Es erin­nerte nichts mehr an den Krieg, so dass ich viele Fotos ansah mit bren­nen­den Gebäu­den, flüch­t­en­den Men­schen und getöteten Ein­heimis­chen.

Was ich damals gel­ernt habe, war, dass ich kaum etwas vom Grauen eines Krieges ver­ste­he. Und es irri­tierte mich, so nahe an ein­er zynis­chen Hal­tung zu sein, als ob es Kriege nicht gäbe. Oder jet­zt ger­ade nicht gibt. Das ist alles Unsinn, wie das fol­gende Tele­fonat einen erleben lässt.

Dr. Aboul Aish wird angerufen, um über die bedrohliche Lage sein­er Fam­i­lie in Gaza zu bericht­en, und er kann nur mit­teilen, dass 3 Töchter ger­ade getötet wor­den sind.

Ohne Worte:

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reinhard mey – als de dag van toen

Was ja nicht viele wis­sen, ist unter anderem, dass Rein­hard Mey mal ein Star in den Nieder­lan­den gewe­sen ist mit dem Num­mer-Eins-Hit “Als de dag van toen”. Ein Lied, das sehr schmalzig in den 90ern nochmal gecovert wurde, und viele auch in den Nieder­lan­den nicht mehr ken­nen. Mey hat es auch danach noch auf deutsch gesun­gen, aber auch die Orig­i­nalver­sion hat was:

Als de dag van toen hou ik van jou.
Miss­chien op rechter en bewuster trouw.
Want toch steeds weer is een dag zon­der haar,
Een ver­loren dag, met stil ver­lan­gen naar
Weer een dag als toen, waarop ze zei:
“Jij bent mijn lev­en, sta aan mijn zij.”
En wat, wat er ook gebeuren mag.
Ik hou nog meer van jou, als toen die dag.

Verse 1:
Ik weet nog goed hoe alles eens begon.
Hoe vol geheimen was de weg die voor ons lag.
Een weg waar­van je soms de rand niet zag.
Maar wat er ook gebeurde, aan het einde scheen de zon.
Ik tel de dagen die sinds­di­en ver­streken,
Al lang niet meer op de vingers van een hand.
Maar ook de tijd kan niets meer van jouw beeld verbleken,
Al is de weg nog zo lang naar ons land.

Refrein:

Verse 2:
Ik heb zo vaak geprobeerd je te door­gron­den.
Zoals je in ieder boek lezen kan waar­door
En zag na al die lessen toch het doel ver­somberen,
Want van­daag weet ik nog min­der dan ooit te voor.
Ik heb hon­derd­maal gezien zon­der te begri­jpen,
Wat jij nu werke­lijk wilde, en ook elke keer
Als ik verwachtte alles met je te bereiken
Kwam weer de wind en blies me weg als een veer.

Refrein:

Verse 3:
Ver­dri­et en geluk zijn aan elke tijd ver­bon­den
Die in snel­trein vaart en nog sneller lang ons suist.
Nog steeds helen de tij­den alle won­den
Al denk ik vaak aan de dag dat ik leefde in jouw huis.
Nee, geen enkel uur is er dat ik berouw
Al geldt voor mij als troost slechts een herin­ner­ing.
Nog meer dan gis­teren wacht ik nu op jou,
Maar min­der nog dan mor­gen als de dag begint.

deutsch:

Wie am Tag damals liebe ich dich
vielle­icht in aufrichtiger­er und bewußter­er Treue
denn doch ist immer ein Tag ohne sie
ein ver­loren­er Tag mit stillem Ver­lan­gen nach
wieder einem Tag wie damals, als sie sagte:
„Du bist mein Leben, steh an mein­er Seite.“
Und was, was auch noch geschehen mag
Ich liebe sie noch mehr als damals an dem Tag

Stro­phe 1
Ich weiß noch gut, wie alles einst begann
Wie der Weg, der vor uns lag, voller Geheimnisse war
Ein Weg, von dem man manch­mal die Rän­der nicht sah
Aber was er auch geschah, am Ende schien die Sonne

Ich zähl die Tage, die seit­dem ver­strichen
schon lange nicht mehr mit den Fin­gern ein­er Hand
Aber auch die Zeit kann dein Bild nicht mehr verble­ichen

Und ist der Weg auch noch so lang in unser Land

Refrain

Stro­phe 1
Ich habe so oft ver­sucht dich zu ergrün­den
so wie man in jedem Buch lesen kann
Und sah nach all den Stun­den doch das Ziel verdüstern
Denn heut weiß ich noch weniger als je zuvor
Ich habe huntert Mal gese­hen ohne zu begreifen
Was du nun wirk­lich woll­test, und auch jedes Mal
als ich erwartete, alles mit dir zu erre­ichen
kam wieder der Wind und blies mich weg wie eine Fed­er

Refrain

Stro­phe 3
Frust und Glück sind an jede Zeit gebun­den
die im Schnel­lzug fährt und noch schneller an uns vor­beisaust
Noch immer heilt die Zeit alle wun­den
Obschon ich oft an den Tag denke, als ich in deinem Haus lebte
Nein, keine Stunde bereue ich
Auch wenn mein Trost nur eine Errin­nerung ist
Nog mehr als gestern warte ich nun auf dich
Aber weniger noch als mor­gen, wenn der Tag begin­nt

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goombay dance band – sieben bier

Sieben Bier trink ich, dich zu vergessen
sieben Bier hab ich mir grad bestellt
sieben Bier solln meine Kehle nähässen
danach seh ich anders in die Welt

Bier für Bier
wird’s schön­er hier
und der Wirt schaut rüber mit Mitleid
doch er zapft, das ist der Grund dafür

Sieben Bier trink ich, dich zu vergessen
sieben Bier hab ich mir grad bestellt
sieben Bier solln meine Kehle nähässen
danach seh ich anders in die Welt

Oh mein Dar­ling, oh du schöne Lady
jedes Bier trink ich auf dich, mein Schatz
eines Tages hab ich dich vergessen
und mein Herz hat für dich keinen Platz

In diese Kneipe trat ich ein
Sieben Bierchen soll­tens sein
schütt ich bald den Schlund hinen
Tag für Tag träumt ich von dir
dass du ewig bleib­st bei mir
doch tust du’s nicht, das ist der Grund für

Sieben Bier trink ich, dich zu vergessen
sieben Bier hab ich mir grad bestellt
sieben Bier solln meine Kehle nähässen
danach seh ich anders in die Welt

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januarbücher

Januarbücher

Ich habe mal wieder Büch­er gekauft, es war gar nicht rauschar­tig, aber so die Müsste-man-mal-im-Schrank-haben-Schiene. Es sind da Dos­to­jew­skis Ver­brechen und Strafe, die Brüder Kara­ma­sow und die Aufze­ich­nun­gen aus dem Keller­loch. Ich habe natür­lich schon Dos­to­jew­s­ki-Schinken im Schrank ste­hen, aber diese Neuüber­set­zung von Swet­lana Geier soll doch so phänom­e­nal sein.

Dazu Rev­o­lu­tion­ary Road von Richard Yates, was total Kult sein soll und ein Gele­sen­hab­en­muss darstellt, fol­gt man den deutschen Feuil­letons und dann noch Firmin von Sam Sav­age. Hab ich ein­fach so mitgenom­men, klang lustig.

Das sind aber 2603 Seit­en. Also ich habe schon 300 von diesem Stapel, der Schnitt ist okay, aber wie ich wann den Stapel abar­beite, davon habe ich noch keine Ahnung.

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